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1964: Pumpen für nukleare Anwendungen

Die ersten nuklearen Forschungszentren

Über nahezu 20 Jahre hinweg verbesserte Rütschi kontinuierlich seine Produkte und festigte seine Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern. Die Spaltrohrmotorpumpe „Perfecta“ wurde in zwei Versionen weiterentwickelt, „Acid-Perfecta“ und „Chemie-Perfecta“, die sich besonders für den Transport aggressiver Medien eigneten und in der chemischen Industrie großen Anklang fanden.

Ab den 1950er Jahren entwickelte sich die zivile Kernforschung in Europa stark weiter: In der Schweiz, in Frankreich, in Deutschland und in Belgien wurden Forschungszentren errichtet.

So wurde 1957 in der Schweiz der Schwerwasser-Versuchsreaktor DIORIT in Würenlingen (Kanton Aargau) gebaut.

Pumpen für den Forschungsreaktor DIORIT

Für den Betrieb dieser Anlage waren zuverlässige und robuste Pumpen erforderlich. Mit ihren Spaltrohrmotorpumpen war Rütschi hervorragend positioniert und lieferte 1965 die ersten Pumpen für nukleare Anwendungen.

Insgesamt wurden 18 Spaltrohrmotorpumpen in nuklearer Ausführung („Reaktorausführung“) gefertigt und am Standort DIORIT installiert, um radioaktives Wasser zu fördern. Diese Pumpen stellten die ersten Anwendungen im nuklearen Bereich dar und markierten den Beginn eines neuen Kapitels für das Unternehmen.

Pumpen für den nuklearen Schiffsantrieb

1963 untersuchte das deutsche Forschungszentrum GKSS (Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt GmbH) den Einsatz nuklearer Antriebe in der Schifffahrt.

Im Rahmen dieser Studien wandte sich das Forschungszentrum an Rütschi, um Primärumwälzpumpen für einen experimentellen Kreislauf zu liefern.

Diese halbaxialen Pumpen des Typs SrP mit Gleitringdichtung, ausgelegt für ein Fluid bei 326 °C und 125 bar, werden im Jahr 1972 hergestellt

Eine langfristige Partnerschaft

In der Folge wurden weitere Projekte realisiert, insbesondere in Belgien mit dem SCK-CEN und in Frankreich mit dem CEA.

Insgesamt lieferte Rütschi mehr als ein Dutzend nukleare Forschungsanlagen weltweit mit maßgeschneiderten Pumpen, die für anspruchsvollste Anwendungen ausgelegt sind: Förderung gefährlicher Medien wie Schwerwasser und Borsäure sowie Betrieb unter sehr hohen Temperatur- und Druckbedingungen.

Diese Referenzen ermöglichten es Rütschi, ein hochspezialisiertes Know-how aufzubauen und sich in den folgenden Jahren als anerkannter Anbieter von Pumpen für großtechnische nukleare Anwendungen zu etablieren.